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Wie durch die Angst vor einem Nuklearkrieg eines der ältesten Tauchresorts der Welt entstand

Wie durch die Angst vor einem Nuklearkrieg eines der ältesten Tauchresorts der Welt entstand

Die Bahamas bieten unzählige Tauchspots. Einige der spektakulärsten sind auf der Insel Andros zu finden. Sie findet sich nur wenige Flugminuten von Nassau entfernt.

Die Anzahl der Unterkünfte auf der mit Mangroven und Sümpfen überzogenen Insel sind begrenzt. Meine Wahl fiel auf die Small Hope Bay Lodge, welche hier schon 1960 erbaut wurde und den Charme der Roaring Sixties in das neue Jahrtausend gerettet hat.

Small Hope Bay Lodge

Die an einem schönen weißen Strand gelegene Unterkunft verfügt über 21 geräumige und gepflegte Hütten, welche aus auf dem Eiland vorhandenen Kalkstein und Palmen erbaut wurden.

Small Hope Bay Lodge

In den zahlreich vorhandenen Hängematten kann man im Schatten der Palmen bei einem guten Buch oder Musik chillen. Oder man legt sich an windigen Tagen in den Whirlpool und genießt das heiße Wasser.

Der große Essens- und Aufenthaltsraum verfügt über eine „Open Bar“, bei der man sich jederzeit selbst bedienen kann. Der Kamin sorgt insbesondere in den Wintermonaten für wohlige Wärme, wenn draußen mal nicht die Sonne scheint. Das Essen ist wirklich hervorragend. Jeden Tag gibt es eine Auswahl an leckeren Speisen und Snacks.

Interview mit Jeff Birch

Das Anwesen wird in der dritten Generation von der Familie Birch geführt. Ich hatte Gelegenheit mit Jeff Birch, dem Sohn des Gründers, zu sprechen.

Die Geschichte des Small Hope Bay Lodge geht bis in die 60er Jahre zurück. Können Sie mir mehr darüber erzählen?

Dick BirchMein Vater stammt aus Kanada und hat für Ford gearbeitet. Da aber eine Karriere in einem Großunternehmen nicht sein Ziel war, hat er sich nach anderen Optionen umgeschaut.

In Kanada gibt es keine Möglichkeiten für Sommerurlaub mit Strand und Meer. Daher waren wir oft im sonnigen Florida. Da keimte beim ihm die Idee auf, vielleicht in dieser Region etwas Eigenes aufzubauen.

Unabhängig davon war die Angst vor einem Nuklearkrieg zwischen den USA und der damaligen UdSSR in den Fünfziger Jahren sehr präsent. Ein möglicher Fallout hätte auch Kanada getroffen, daher wollte Dick entgegen der Windrichtung im Süden leben.

1958 flog er nach Nassau, um sich mit einem lokalen Bankier über seine Idee unterhalten. Dieser riet ihm, sein Glück auf Andros zu versuchen. Er nahm einen Flug auf die Insel und traf in Fresh Creek den Schulleiter. Dieser hatte gehört, dass ein passendes Stück Land zum Verkauf stehe.  Er besuchte den Besitzer Dr. Joe McGinnis und hatte Glück.

Zu dieser Zeit hatte Axel Wenner-Green die Insel Hog Island (heute bekannt als Paradise Island) gekauft, um diese aufwändig umzugestalten und ein großes Resort zu bauen. McGinnis, der in Andros einheimisch war, hatte die Befürchtung, dass Wenner-Green auch alle Grundstücke in Central Andros kaufen würden. Er war daher glücklich seinen Grund an Dick Birch zu verkaufen, welcher nur ein kleines, in die Natur eingepasstes Anwesen für seine Familie und eine begrenzte Anzahl an Gästen bauen wollte.

Zwei Jahre später eröffnete mein Vater die Small Hope Bay Lodge.

Ihrem Vater Dick war schon früh klar, dass Tauchen eine große Zukunft haben wird. Was kann man an der „Wall“, wie das drittgrößte Riff der Welt auch genannt wird, erleben?

Das Riff bietet sehr abwechslungsreiche Möglichkeiten zum Tauchen: 

  • Die „Wall“ reicht bis in eine Tiefe von 2000m. Die Unterwasserlandschaft ist sehr spektakulär und so nicht oft zu finden.
  • Andros ist berühmt für das Höhlentauchen (Anmerkung des Autors: Mehr Details über diese spannende, aber nicht ganz ungefährliche Möglichkeit in schwefelhaltigem Wasser zu tauchen könnt Ihr bei National Geographic nachlesen).

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  • Die Blue Holes, welche im Inland auch als Süßwasser Reservoir verwendet werden, sind für jeden Taucher ein ganz besonderes Erlebnis.
  • Es gibt sehr viele verschiedene Tierarten anzutreffen, beispielsweise Haie, Schildkröten, Grouper, Rochen oder Barracudas 

Während einer der Tauchgänge hat mein Tauchguide dieses tolle Video gedreht:

Und hier noch weitere Bilder und Videos auf Youtube von Tauchgängen der Small Hope Bay Lodge Crew:

 

 

Hai Video

Die ökologische Integration des Resorts liegt Ihnen sehr am Herzen. Wie kann man sich das in der Praxis vorstellen?

Alle verwendeten Rohstoffe oder Lebensmittel versuchen wir zu recyceln. Wir trennen den Müll, haben einen eigenen Kompost, bereiten das Wasser über eine Umkehrosmose Anlage wieder auf und setzen die notwendigen Mittel zu Reinigung der Räumlichkeiten nur sehr dosiert ein.

Wir haben eine eigene Solaranlage gebaut, um das Resort mit Strom zu versorgen. Eines der Ziele für 2016 ist, nahezu das gesamte Resort auf Solarstrom umgestellt zu haben.

Solaranlage

Darüber hinaus bringen wir unseren Gästen seit ein paar Jahren das sogenannte „Coral Nursery“ bei: das Säubern und Pflegen der Korallen unter Wasser. Damit wollen wir das Riff schützen und auch wiederbeleben, damit unsere Gäste die wunderbare Fauna und Flora noch lange genießen können.

Was gibt es auf der Insel zu erleben, wenn man nicht zu den Tauch- oder Schnorchelenthusiasten zählt?

Die Insel bietet zahlreiche Möglichkeiten:

  • Viele unserer Gästen besuchen uns wegen dem sogenannten Bone Fishing, welches sehr populär auf den Bahamas und Florida ist. Bei diesem Sportfischen wird der gefangene Fisch meist wieder freigelassen. Seit 1990 bieten wir dies unseren Gästen auch an.
  • Ein Großteil der Insel besteht aus Mangrovensümpfen. Diese lassen sich hervorragend per Kajak erkunden.
  • Eine Expedition in den Blue Hole Nationalpark: dort gibt viele Vögel zu beobachten und über 60 Orchideentypen zu entdecken.
  • Wer sich gerne handwerklich betätigt, kann einen Batik Kurs machen.
  • Beim Geocaching versucht man ähnlich einer Schnitzeljagd per GPS-Lokalisierung mehrere auf der Insel versteckte „Schätze“ zu finden.
  • Auf den größtenteils gut ausgebauten Straßen und Wegen kann man die Insel per Fahrrad erkunden.

 

Bei meinem Kajak Ausflug war die Kamera dabei:

Im nächsten Teil dieses Artikel lernt Ihr die schwimmenden Schweine auf Staniel Cays und die Thunderball Grotto kennen.

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Über den Autor

Oliver Heinrich

Weltenbummler, Fotograf, Storyteller. Reist seit zwei Jahrzehnten um den Erdball und bringt verrückte Geschichten und unzählige Beweisfotos mit heim. Lieblingszitat: „Die schönsten Dinge im Leben sind keine Dinge.“

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