Wandern und Radfahren im Allgäu – Urlaub an der Füssener Seenplatte


von Oliver Heinrich
Deutschland | Europa | Reiseberichte
13. Juli 2020
13.
Juli 2020

Ein Sommerurlaub im schönen Allgäu hat viel zu bieten. Traumhafte Berglandschaften, Kultur, nette Städtchen und Allgäuer Gelassenheit. Wir haben uns für Füssen im Ostallgäu entschieden, die Stadt am Lech mit mittelalterlichen Gassen, netten Cafés in der historischen Altstadt, barocken Kirchen und Klöstern, dem Hohen Schloss und netten kleinen Geschäften. Rundum Berge, grüne Wiesen mit glücklichen Kühen und hinter jeder Ecke ein anderer See.

Mit einer Ferienwohnung direkt in der Stadt hat man einen super Ausgangspunkt für Ausflüge und kann am Abend noch ums Eck zum Italiener oder auf einen Drink.

Abgesehen von den Schlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, die dem „Königswinkel“ seinen Namen geben – und die selbstverständlich DER Touristenmagnet im Allgäu sind – steht das Allgäu für sanften Tourismus gepaart mit der Gastfreundschaft der Allgäuer.

Rad- und Wandertouren in der Umgebung von Füssen

Wir waren mit Freunden fünf Tage über ein verlängertes Wochenende in Füssen und haben angesichts des guten Wetters auf die Kultur verzichtet und dafür jeden Tag eine andere Rad- oder Wandertour gemacht. Dabei haben wir es eher langsam angehen lassen und gemütliche Touren ausgesucht.

Für die richtigen Sportfans ist hier aber auch genügend Potential, die Berge rundherum bieten eine Vielzahl von Outdoor Möglichkeiten.

Die anspruchsvollste Bergtour, die schon Königin Marie mit ihrem Sohn König Ludwig gemacht hat, führt auf Füssens Hausberg, den 2047 m hohen Säuling. Die Tour dauert gute 5 Stunden, 1150 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Wie gesagt, wollten wir es nicht übertreiben und haben uns 3 Radl- und 2 Wandertouren ausgesucht, bei denen wir auch Badestopps einlegen konnten.

Radtour rund um den Forggensee

Unsere erste Radtour führte uns rund um den idyllischen Forggensee. Der Forggensee staut den Lech auf und ist der fünftgrösste See Bayerns. Der Weg ist gut ausgeschildert, man radelt lange direkt am See und sonst durch nette kleine Ortschaften und grüne Wiesen. Die Tour findet Ihr auf der offiziellen Website der Stadt Füssen.

Wir empfehlen die Runde vom Bootshafen in Füssen aus im Uhrzeigersinn. Auf dem Rückweg erschließen sich immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Berge (siehe Titelbild ganz oben) und natürlich auf die weltbekannten Schlösser.

Mit etwas mehr als 30 km und insgesamt nur etwa 200 Höhenmetern schafft man das ohne Pause je nach Fitness in 2 bis 3 Stunden. Wir fanden es viel zu schön, um keine Pause zu machen, so dass wir inklusive eines Badestopps fast den ganzen Tag unterwegs waren.

See mit Tannen und Standup Paddler
Kiosk mit Bergsee, Wald Und Menschen
Ein See mit Bäumen und Bergen im Hintergrund
Drei Radfahrer vor einer grünen Wiese und Bäumen

Es gibt auf dem Radrundweg mehrere Einkehrmöglichkeiten (Gaststätte am Bootshafen in Füssen, Café Maria bei Osterreinen mit Seeterrasse, Kiosk am Illasbergsee, Café Gerlinde in Schwangau mit super leckeren selbergemachten Kuchen und Torten) und viele Badegelegenheiten (Strandbad Maria bei Osterreinen, Badeplatz Dietringen bei Roßhaupten, Strandbad Illasbergsee, Hegratsrieder See, etc. – überall kein Eintritt).

Wem die ganze Runde um den Forggensee zu viel ist, der kann auch abkürzen und einen Teil einfach mit dem Schiff machen. Es gibt am Forggensee insgesamt 8 Schiffsanlegestellen und auf den Dampfern kann man das Rad mitnehmen.

Für uns war dies die landschaftlich attraktivste Tour. Wenn Ihr in Füssen seid, solltet Ihr Euch dafür auf jeden Fall Zeit nehmen! 

6 Seen Radtour rund um Füssen: Mittersee, Obersee, Alatsee, Weissensee, Hopensee und Forggensee

Auf unserer zweiten Radtour kommt man an insgesamt 6 Seen vorbei. Wir starteten in Füssen von unserer Ferienwohnung in der Altstadt und fuhren am wunderschönen Rathaus (ein Blick in den Innenhof lohnt sich!) runter zur Lechbrücke und am Lech entlang nach Bad Faulenbach. Dort gibt es gleich den Mittersee und den Obersee, 2 kleine nebeneinander liegende Seen mit jeweils einem eintrittspflichtigen Strandbad mit Kiosk, Sprungturm und Rutsche. Der Obersee hat uns besser gefallen.

Eine Bank vor einem See im Wald
Ein Mann auf einer Bank vor einem See

Von dort geht es weiter auf der autofreien Strasse an den Alatsee mit Restaurant direkt am Wasser. Nach einem kurzen Stück durch den Wald geht es entspannt bergab zum Weissensee, an dessen anderem Ende wiederum ein kleines Strandbad mit Kiosk wartet.

Über kleine Dörfer und Nebenstraßen gelangt man dann zum Hopfensee, der nicht umsonst „Riviera des Allgäus“ genannt wird. Auch hier gibt’s natürlich ein Strandbad (Seepark ganz neu mit Restaurant und Loungeterrasse) und an der ganzen Uferstrasse ein Restaurant neben dem anderen. Aber das schönste ist der Wahnsinns-Ausblick auf die Berge dahinter.

 

See mit Berge im Hintergrund

Auf dem Rückweg nach Füssen kann man dann, wenn man noch Zeit und Lust hat ein Stück am Forggensee und am Lech zurück fahren, oder einfach den direkten Weg auf dem Radweg an der Strasse in die Stadt nehmen.

Die Tour haben wir bei Bergfex gefunden, die Kneipp Radrunde. Wie der Name sagt, gibt es unterwegs zahlreiche Kneipp Spots, die wir allerdings nicht ausprobiert haben. Mit 26 km und insgesamt 200 Höhenmetern ist die Strecke in zwei Stunden zu schaffen, außerdem kann man sie auch gut abkürzen, indem man vom Weissensee über die Radwege direkt zum Hopfensee fährt.

Ausflug mit dem Rad nach Hohenschwangau zum weltberühmten Schloss Neuschwanstein

Die dritte Radtour führte uns nach Hohenschwangau zum Alpsee und von dort über Österreich und den Lechfall wieder zurück. Die Tour gibt’s auf Komoot – die Alpsee Runde von Füssen.

Mit 18 km und 240 Höhenmetern ist dies die kürzeste unserer Touren mit einer reinen Fahrzeit von ca. 1,5 Stunden. Wir starten wieder in Füssen von der Altstadt zum Lech runter, fahren am Lech entlang, über die Lechbrücke auf dem Radweg nach Hohenschwangau wo wir schon von weitem Schloss Neuschwanstein sehen.

Wir haben dann in Hohenschwangau die Räder abgestellt und sind den ausgeschilderten Weg zur Marienbrücke hoch gelaufen (45 Minuten, es fährt aber für 3€ auch ein Bus), von wo man einen wundervollen Postkartenblick auf das Schloss Neuschwanstein hat:

Das Schloss Neuschwanstein mit Seen und Wiesn im Hintergrund

Wer mag kann hier natürlich auch die beiden Schlösser oder das Museum der Bayerischen Könige besichtigen. Infos und Online-Tickets gibt’s unter www.hohenschwangau.de.

Wieder unten ist dann am Ortsende der Alpsee, ein wunderschöner See umgeben von teils steil aufragenden Bergen. Hinter dem Alpsee führt ein gut ausgeschilderter Fahrradweg über den alten Grenzübergang nach Österreich hinunter nach Unterpinswang. Von dort folgt man der Strasse zurück nach Füssen wo man noch am Lechfall vorbei kommt.

Wandertour um den Schwansee und Alpsee

Bei unserer ersten Wandertour sind wir um den Schwan- und Alpsee gelaufen. Wir laufen von der Altstadt zur Lechbrücke, überqueren diese und steigen an der kleinen Kirche rechts gegenüber den Weg hinauf auf den Kalvarienberg. Oben hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt Füssen mit Rathaus, Kloster und Hohem Schloss, auf der anderen Seite erblickt man schon den Schwansee mit den beiden Königsschlössern dahinter.

Zu diesem geht es dann auch auf der anderen Seite runter. Wir laufen erst links am See entlang. Der Schwansee ist sehr beschaulich, die beiden Stege verführen gleich zum ersten Badestopp. Wir gehen weiter am See entlang bis zum südlichen Ende, dort überqueren wir den nächsten Hügel auf dem ausgeschilderten Fischersteig. Auf der anderen Seite ist dann der Alpsee, um den man einmal herum laufen kann:

Ein Schwan in einem See vor Bergen

Dabei kommt man dann auch am kleinen Strandbad vorbei, ideal für heisse Tage, da dort auch Bäume Schatten spenden. Außerdem war es unserem Empfinden nach der kälteste See von allen. Eintritt 3 €, kleines Café. Von der Liegewiese schaut man direkt auf beide Königsschlösser.

Auch auf dem Weg um den See hat man immer wieder phantastische Ausblicke auf See, Wälder, Berge und Schlösser. Eine einzige Idylle. Zurück geht es dann wieder über den Fischersteig und am anderen Ufer des Schwansees entlang Richtung Kalvarienberg. Dort entweder wieder zurück wie auf dem Hinweg oder den Schildern Richtung Ziegelwies und Füssen und dann Richtung Lechfall und Maxsteg folgen.

Über das Getöse am Lechfall kommt man dann nach Bad Faulenbach und am Lech entlang nach Füssen zurück. Wir haben die Tour bei Bergwelten gefunden und den Anfang leicht abgekürzt, da wir den Umweg zum Lechfall nicht doppelt laufen wollten. Es waren so ca. 13 km reine Laufzeit, rund 2,5 Stunden und mit 370 Höhenmeter gut machbar.

Wandern von Schwangau aus zur Rohrkopfhütte

Für unsere zweite Wandertour sind wir mit dem Auto nach Schwangau zur Tegelbergbahn gefahren. Dort haben wir den Rundweg zur Drehhütte und zur Rohrkopfhütte in Angriff genommen, mit knapp 10 km und ca. 500 Höhenmetern in 3 Stunden zu schaffen. Wir haben viel länger gebraucht, da wir ständig für Fotostopps und Ausblick geniessen angehalten haben.

Ein Wanderweg mit Blick ins Grün und Berge

 

Die Tour ist bei Outdooractive.com beschrieben, man muss aber eigentlich nur vom ersten Parkplatz gleich links nach der Brücke direkt weiter ins grün laufen und der Beschilderung zur Drehhütte bzw. Rohrkopfhütte folgen. Zum Abstieg folgt man den Schildern zur Tegelberg Talstation. 

Wir sind auf der Rohrkopfhütte eingekehrt und sind dort auf der Sonnenterrasse mit grandiosem Blick auf Schloss Neuschwanstein und die Seenlandschaft gesessen und wären am liebsten dort geblieben.

Tipp: Der Abstieg ist ziemlich steil, wodurch es bei Regen recht rutschig werden kann. Solltet Ihr also bei schlechtem Wetter unterwegs sein oder beispielsweise Knieprobleme haben, empfehlen wir die Tour mit dem Aufstieg von der Tegelbergbahn Talstation zu starten.

Fazit

Das war nicht unser letztes Mal in Füssen! Die Stadt und die Umgebung bietet reichhaltig Unterhaltung, Gemütlichkeit und vielfältige Outdoor Erlebnisse. Viele weitere Tipps zu Füssen und Sightseeing Highlights findet Ihr in diesem Artikel von Christina Leutner.

 

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TIPPS

  • Wir übernachteten in einer modernen und luxuriös augestatteten Wohnung über zwei Etagen, in der sich locker 6 Personen unterbringen lassen. Sie befindet sich mitten in der Stadt und verfügt über eine große Dachterrasse mit Grill. Buchen könnt Ihr Sie direkt bei der herzlichen Familie Wanner unter www.ferienwohnung-wanner-fuessen.de.
  • Einen sehr lauschigen Abend mit hervorragendem Essen und ausgezeichnetem  Service verbrachten wir im Il Pescatore in der Altstadt von Füssen.
  • Am Hopfensee hat uns das Riviera am besten gefallen, ein Italiener mit sehr stylischer Terrasse direkt an der Uferpromenade, auf der man auch bei schlechtem Wetter dank Vollverglasung den Seeblick mit herrlichem Alpenpanorama genießen kann.
  • Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen bieten sich in der Füssener Innenstadt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten. Für alle Outdoorfans empfehlen wir nur wenige Minuten mit dem Auto von Füssen entfernt das Füssen Outlet Center, welches Markenbekleidung von Vaude, Deuter, Adidas, Puma, 1803 und anderen Sportartikel Herstellern zu reduzierten Preisen anbietet.
  • An kälteren Wintertagen ist ein heißer Saunagang in der Kristall-Therme genau richtig, um sich aufzuwärmen!
  • Für alle Kulturinteressierten gibt es das Musical Ludwig 2, in welchem das dramatische Leben von Ludwig II. erzählt wird. Das Festspielhaus befindet sich übrigens in Laufnähe von Füssen direkt am schönen Forggensee.
  • Wer Lust auf ein wenig Action hat, kann die Sommerrodelbahn an der Tegelbergbahn hinunterrauschen oder einen Tandemflug mit einem Gleitschirm wagen.Ein Gleitschirmflieger vor einem Schloss auf einen Berg
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