Franziska und Felix wanderten rund 400 km durch die Mongolei. Nur bepackt mit ihrem Zelt, Astronautennahrung und Wasservorräten. Sie erlebten dort einige Abenteuer, die sie nie vergessen werden. In Ihrem spannenden Buch Ins Nirgendwo, bitte! beschreibt Sie Ihre Erlebnisse in der einsamen Weite.

Ich hatte Gelegenheit sie in München zu treffen und mich mit ihr über die Reise und das Buch zu unterhalten.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, zu Fuß  die Mongolei zu durchqueren?

Die Idee kam ursprünglich von Felix. Er war schon immer jemand, der gerne unbeschrittene Pfade betreten will und hat ein echtes Entdeckerherz.

 

Wieviele Kilometer seid ihr am Tag bzw. insgesamt gelaufen?

Im Schnitt haben wir etwa 15 km am Tag zurückgelegt. Das klingt im ersten Moment nicht viel, aber man muss bedenken, dass es dort keine ausgetretenen Wanderpfade gibt, sondern dass wir uns permanent per GPS den Weg suchen mussten. An vielen Stellen war der Weg sehr steinig oder führte auch durchs Moor.

 

War es sehr anstrengend so lange mit einem schweren Rucksack zu laufen?

Mein Rucksack hat inklusive Wasser etwa 20 Kilo gewogen. Wenn man den die ganze Zeit auf dem Rücken trägt , tut einem irgendwann einfach alles nur noch weh (lacht).

 

Vor was hattest du auf deiner Reise am meisten Respekt?

Ich hatte von mehreren Punkten Respekt: Ich war gespannt darauf, wie vielen Menschen wir tatsächlich unterwegs begegnen werden. In der Steppe der Mongolei ist es ja sehr einsam und teilweise auch unheimlich, so dass das Alleine beziehungsweise ausgeliefert sein gegenüber der Natur meine größte Sorge war. Das Wetter schlägt da auch ja gerne mal um.

 

Was war der Höhepunkt Eurer Reise?

Da gab es gleich mehrere: Bei der Ankunft am Ziel unserer Reise waren wir so glücklich, es geschafft zu haben. Dies war ein wunderbares Gefühl und hat sich in meiner Erinnerung eingebrannt! Weitere Highlights war auch die Begegnungen mit den Nomaden. Es ist faszinierend, so einen anderen Lebensstil entdecken zu dürfen.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen ein Buch über eure Reise zu schreiben?

2017 hatte ich sehr spontan an einem Autorenwettbewerb teilgenommen. Dort hatte ich eine Kurzgeschichte über unsere Reise eingereicht und zu meiner eigenen Überraschung einen Platz im Kurzgeschichtenband „The Travel Episodes“ gewonnen. Das hat mich motiviert, dann die gesamte Geschichte der Reise niederzuschreiben.

 

Wie lange hast du an dem Buch geschrieben?

Insgesamt hat es inklusive Lektorat ein halbes Jahr gedauert. Ich habe meist an den Wochenenden daran gearbeitet.

 

Hast du vorher schon mal anders Buch geschrieben?

Nein, das war mein erstes Buch. Meine Arbeit als Journalistin war aber eine gute Grundlage dafür.

 

Was war das Lowlight Eurer Reise?

Als wir feststellen mussten, dass unsere geplante Reiseroute entlang eines Flusses im Gebirge nicht möglich war: der Fluss verlief direkt durch das Gebirge und rechts und links davon gab es überhaupt keinen Platz zum Wandern.

 

Du schreibst im Buch sehr viel über Eure Beziehung. Wie hat sich die Reise auf diese ausgewirkt?

Die Reise war ein Test für unsere Beziehung, den wir erfolgreich bestanden haben. Sie hat uns noch enger zusammengeschweißt. Wir haben uns sehr selten gestritten, vermutlich auch weil man Mitten im Nirgendwo wirklich auf den anderen angewiesen ist.

 

Mittlerweile wurde euer Buch in verschiedenen großen Tageszeitungen vorgestellt und sehr positiv bewertet. Zusammen mit mit einem Outdooranbieter macht ihr auch Lesungen in dessen Filialen. Wie laufen die Lesungen?

Die Lesungen mache ich zusammen mit Felix. Wir werfen uns gegenseitig die Bälle zu und untermalen das ganze mit Fotos und Videos. Das macht sehr Spaß, aber es ist schon aufregend vor so vielen Menschen einen Vortrag zu halten. Bisher haben wir ungefähr zehn Lesungen gehalten und ein paar weitere sind geplant. Am schönsten ist das direkte Feedback, das man beim Vorlesen bekommt.

 

Würdest Du die Reise wieder unternehmen?

Ja, unbedingt. Das war ein wunderbares Erlebnis! Wenn ich etwas anders machen könnte, würde ich allerdings mehr Essen mitnehmen wollen. Das kräftezehrende Wandern durch das schwierige Gelände kostet sehr viel Energie, die man nur schwer durch die vorher geplanten Rationen ausgleichen kann. Wir hatten sehr oft einfach nur Hunger (lacht).

 

Hast du vor, ein weiteres Buch zu schreiben?

Ja, eine Idee habe ich schon. Aber die muss ich noch weiter ausgestalten, bevor es konkret wird.

 

Franziska Bär berichtet auf ihrem Reiseblog Ins Nirgendwo, bitte! über ihre Abenteuer.
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