Palma de Mallorca – Tapas Essen in der Altstadt


von Oliver Heinrich
Europa | Palma de Mallorca | Städtereisen
22. Mai 2016
22.
Mai 2016

Palma de Mallorca zeigt sein wahres Gesicht nicht am Strand, sondern in der Altstadt. Wer sich einen Tag Zeit nimmt, um durch die historischen Viertel zu schlendern, erlebt die Stadt von ihrer leisen, genussvollen Seite – zwischen jahrhundertealten Mauern, kleinen Plätzen und Tapasbars, die fest im Alltag der Mallorquiner verankert sind.

Ankommen und treiben lassen

Unser Tag begann ohne festen Plan. Genau das ist in Palmas Altstadt der größte Luxus. Schon wenige Schritte abseits der großen Einkaufsstraßen verändert sich die Atmosphäre: enge Gassen, helle Natursteinfassaden, schwere Holztüren und Innenhöfe, hinter denen sich das tägliche Leben der Einheimischen abspielt. Immer wieder öffnet sich der Blick auf kleine Plätze, auf denen ältere Herren Zeitung lesen oder Kinder Fußball spielen.

Die Altstadt von Palma ist kein Freilichtmuseum. Sie lebt – und genau das macht ihren Reiz aus.

Zwischen Marktbesuch und Straßencafé

Ein fester Anlaufpunkt ist der Mercat de l’Olivar oder der etwas kleinere Mercat de Santa Catalina. Hier zeigt sich die kulinarische Seele der Insel: frischer Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse aus dem Umland, Oliven, Käse und natürlich Jamón. Statt nur hindurchzugehen, lohnt es sich, an einem der Marktstände Platz zu nehmen, ein Glas Wein zu trinken und kleine Häppchen zu probieren. Gespräche ergeben sich fast von selbst – auf Spanisch, Mallorquin oder mit Händen und Füßen.

Danach zieht es einen automatisch weiter in die Gassen. Ein Café reiht sich an das nächste, doch viele sind klar auf Touristen ausgerichtet. Spannender sind die unscheinbaren Bars, in denen mittags plötzlich alle Tische besetzt sind – ein gutes Zeichen. Hier wird nicht dekoriert, sondern gekocht.

Tapas essen wie die Einheimischen

Tapas in Palma sind kein Event, sondern Alltag. Bestellt wird quer durch die Karte: Tortilla, Pimientos de Padrón, frittierter Tintenfisch, Albóndigas oder einfache Brotscheiben mit Tomate und Olivenöl. Gegessen wird gemeinsam, geteilt, kommentiert.

Was auffällt: Das Tempo ist entspannt. Niemand drängt, niemand hetzt. Ein Tapas-Stopp geht fließend in den nächsten über. Dazwischen ein kurzer Spaziergang, ein Blick in eine kleine Galerie, ein Abstecher in einen Innenhof, der zufällig offensteht.

Kleine Entdeckungen abseits der Highlights

Natürlich dominiert die Kathedrale La Seu das Stadtbild, und ein Besuch lohnt sich. Doch mindestens genauso eindrucksvoll sind die weniger bekannten Ecken: stille Klöster, schattige Innenhöfe, alte Handwerksbetriebe. In manchen Straßen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch eines kleinen Ladens, in dem seit Generationen lokale Produkte verkauft werden – Seifen, Keramik, Stoffe. Kein Souvenir, sondern echtes Handwerk. Solche Begegnungen bleiben oft länger im Gedächtnis als große Sehenswürdigkeiten.

Der Abend gehört der Altstadt

Gegen Abend verändert sich die Stimmung. Die Hitze lässt nach, die Gassen füllen sich langsam. Familien sind unterwegs, Freunde treffen sich auf ein Glas Wein, die Tapasbars werden wieder lebendig. Der Tag klingt nicht mit einem festen Programmpunkt aus, sondern mit dem Gefühl, Teil des Alltags geworden zu sein – zumindest für ein paar Stunden.

Fazit: Palma erlebt man am besten zu Fuß

Ein Tag in der Altstadt von Palma de Mallorca zeigt, wie vielschichtig die Stadt ist. Es geht nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern darum, sich treiben zu lassen, zu beobachten, zu probieren und zuzuhören. Tapas sind dabei mehr als Essen – sie sind ein soziales Ritual.

Wer Palma wirklich kennenlernen möchte, sollte genau das tun: zu Fuß gehen, Pausen machen, neugierig bleiben. Die Altstadt belohnt jeden, der sich auf sie einlässt, mit Momenten, die weit über das hinausgehen, was man auf den ersten Blick erwartet.

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