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Haie und Rochen füttern auf den Exumas

Haie und Rochen füttern auf den Exumas

Als Taucher bin ich schon vielen Haien und Rochen begegnet – bislang aber immer nur tief unter Wasser. Dass es auch anders geht habe ich auf Bahamas in den Exumas kennengelernt:

Mit den Powerboat Adventures hat man bei einem Tagesausflug die Möglichkeit Haie, Rochen und Leguane zu füttern – über Wasser. Ein eindrucksvoller Ausflug, den ich so schnell nicht vergessen werde.

 

High Speed auf dem Motorboot

Der Shuttleservice des Anbieters holt uns pünktlich um 8:30 Uhr an unserer Unterkunft ab.

Ein paar Minuten später sind wir am Nassauer Hafen und besteigen das High Speed Motorboot, auf dem etwa 25 Personen Platz haben. Wir düsen über das Meer und kommen nach circa einer Stunde Fahrt auf einer kleinen Insel an. Dort halten wir direkt am Strand und machen einen kurzen Aufenthalt, um die dort lebenden Leguane zu füttern.

Leguane lieben Trauben

Woher ich das weiß? Die sonst so scheuen Tiere kommen sofort angelaufen, wenn man ihnen einen Spieß mit Trauben hinhält!

Weiter geht es zu einer Privatinsel mit Steg, Bar und mehreren Holzhütten. Wir werden mit leckeren Snacks und Getränken begrüßt. Nachdem sich alle gestärkt haben geht die Show los.

Rochen fressen uns aus der Hand

Wir knien uns im Halbkreis an den Strand und unser Guide verteilt längliche Fischstücke. Zwischen Mittel- und Ringfinger  klemmen wir die Stücke ein.

Dann warten wir auf das Zeichen unseres Guides. Wie aus dem Nichts kommt ein Rochen elegant angeschwebt. Wir setzen die Hand mit dem Fisch ins Wasser in den Sand und warten, bis der Rochen uns erreicht. Wie an der Schnur gezogen bewegt er sich nach und nach an den im Wasser knienden Gästen vorbei. Die gummiartige Haut des Meerestieres streift sanft über unsere Hände und der Rochen saugt den Fisch ein.

Unser Guide verteilt weitere Fischstücke und andere Rochen gleiten vorbei, um sich zu sättigen. Wir sind begeistert, wie zutraulich die Tiere sind.

Haie füttern aus nächster Nähe

Nach einer kleinen Pause und Getränken geht die Show weiter.

Ein zweiter Helfer kommt hinzu. Die beiden bewaffnen sich mit langen Stangen. An eine der Stangen ist ein Seil angebunden, an dessen Ende man Köder befestigen kann. Mit dem Köder werden die Haie angelockt.

Wir werden gebeten ein paar Meter zurück ins seichte Wasser zu gehen. Beide Guides haben einen strengen Blick auf uns. Wer sich zu weit nach vorne traut wird sofort zurückgepfiffen.

Dann geht es los: an das Seil wird der erste Köder gebunden und ins Wasser geworfen. Blitzschnell kommen mehrere Haie und versuchen die Beute zu erfassen. Einer schafft es und versucht sich damit davon zu stehlen. Unser Guide muss die Stange mit beiden Händen festhalten und sich massiv dagegen stemmen, damit sie ihm nicht aus der Hand gerissen wird. Plötzlich lässt der Hai los und der halb abgenagte Fischköder schnellt im großen Bogen durch die Luft.

Er landet neben dem Guide wieder im Wasser und Sekunden später stürzt sich ein anderer Hai darauf. Wieder zerrt das Tier heftig daran, um einen möglichst großen Bissen vom Fisch zu bekommen. Ein Spektakel, welches einem bewusst macht wie stark diese Tiere sind und was sie mit ihren Zahnreihen anrichten können. Gut, dass der zweite Helfer mit seiner Stange die Tiere, welche uns zu Nahe kommen, immer wieder wegstupst…

Ich bin fasziniert, aber auch irritiert, da ich diese Tiere bislang unter Wasser nur als sehr friedfertig –  insbesondere gegenüber den Tauchern – erlebt habe. Ich bin hin- und hergerissen, ob solche Fütterungen nicht das Wesen der Tiere verändert, sie ihre natürliche Scheu verlieren und dadurch gefährlich für den Menschen werden können …

Scheinbar denke ich nicht intensiv genug darüber nach, denn schon wenige Minuten später schnorchle ich nur ein paar Meter entfernt mit meinen Freunden durchs Wasser – um mich herum Haie und Rochen!

Herzlichen Dank an Jens Schmoll für die spektakulären Unterwasserfotos!

Über den Autor

Oliver Heinrich

Weltenbummler, Fotograf, Storyteller. Reist seit zwei Jahrzehnten um den Erdball und bringt verrückte Geschichten und unzählige Beweisfotos mit heim. Lieblingszitat: „Die schönsten Dinge im Leben sind keine Dinge.“

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