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Abstellbare Wasserfälle und Slow Food in Umbrien

Abstellbare Wasserfälle und Slow Food in Umbrien

Wieso kommt man als nicht (mehr) an die Ferien gebundener Mensch auf die Idee, Ende August ein Wochenende in Umbrien zu verbringen?

Im SZ-Magazin der Süddeutschen Zeitung wird jede Woche ein Rezept von bekannten Köchen vorgestellt, welche auch Restaurants betreiben – meist sind die Rezepte jedoch so aufwändig oder benötigen so exotische Zutaten, dass man sich das gerne von den Profis zubereiten lässt.

Zu Gast bei Maria Luisa Scolastra

Zu einem runden Geburtstag bekam ich also einen Gutschein für ein Essen bei Maria Luisa Scolastra in Foligno bei Perugia – und weil es 2015 erstmals einen Direktflug von München nach Perugia (wir fragten uns überrascht: „haben die überhaupt einen Flughafen?“) gab, wurde der Gutschein Ende August gleich eingelöst.

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Nicht leicht zu finden, mitten in einem Gewerbegebiet, liegt in einer Insel der Ruhe die Villa Roncalli, wo die Maestra ihre Gäste verwöhnt: ein 6-gängiges Menu wird zwischen 20 Uhr und Mitternacht in herrlicher Umgebung serviert – froh waren wir, dass es in der Villa auch Gästezimmer gibt.

Auch das Frühstück besteht aus mehreren Gängen und zieht sich angenehm in die Länge: die Definition von Slow Food!

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Vor lauter Freude haben wir uns am zweiten Abend auch wieder dort verwöhnen lassen – diesmal gabs sogar noch einen Extragang: Porcini, Steinpilze mit der entschuldigenden Bemerkung, diese seien nicht aus Umbrien sondern aus der Toskana (hörte sich an wie ‚vom Ende der Welt‘, ca. 60 Kilometer entfernt), aber man könne die doch trotzdem essen, oder?

 

16% schon zum Mittagessen?

Nicht nur beim Essen geht es gemütlich zu, auch die Wirte in der Umgebung machen die Öffnungszeiten vom Wetter, der Liebe und dem Hunger abhängig – schön dass wir grad einen Öffnungs-Slot erwischt haben. Eine Weinempfehlung zum Mittagessen mit 16 (!) % Alkoholanteil lässt vermuten, dass auch wir uns dieser Entschleunigung anpassen sollen …

Rolltreppen für den Heiligen Franziskus von Assisi

Neben kulinarischen Highlights hat Umbrien noch viel mehr zu bieten: Assisi, die Stadt des Heiligen Franziskus ist  für die vielen Pilger über Rolltreppen erreichbar.

Die Ober- und Unterkirche wurden zwar bei einem Erdbeben vor einigen Jahren schwer beschädigt, aber wieder sehr behutsam restauriert.

Perugia

Perugia, DIE Stadt zum Italienisch lernen, thront auf einem Hügel und beeindruckt in der Altstadt mit vielen engen Gassen – wehe man kommt mit dem Auto – keine gute Idee, Außenspiegel in höchster Gefahr!

Ein abstellbarer Wasserfall?

Ein Höhepunkt Umbriens ist in der Nähe von Terni zu finden – die Cascata delle Marmore, der abstellbare Wasserfall!

Was sich wie ein Witz anhört und mich zunächst an meinen Sprachkenntnissen zweifeln ließ, ist Realität und ein pragmatischer Ansatz: anstatt den schon von den Römern zur Entwässerung von Sümpfen angelegten Wasserfall ‚einfach so‘ fließen zu lassen, wird zweimal täglich eine Weiche umgelegt und die Wassermassen werden zur Abdeckung der morgendlichen und abendlichen Spitzenlast im Stromnetz über Turbinen geleitet – und eine Touristen-Attraktion hat man ganz nebenbei auch noch.

Über den Autor

Michael Gaertner

Großes Interesse an anderen Kulturen und anderen Wegen zum Ziel mündet immer wieder in Reisen nach nah und fern – in der Bonus-Phase (seit die 3 Kinder aus dem Haus und vor allem vom Konto sind) in zunehmendem Umfang nach 'fern'. Einmal jährlich wird eine Gemeindereise für die evangelische Gemeinde Ismaning/Unterföhring organisiert, sonst gerne zu zweit oder im kleinen Kreis.

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